Die Hagener Straßenbahn AG (HST) erhält vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) eine Förderung in Höhe von rund 7 Millionen Euro für die weitere Elektrifizierung ihrer Busflotte. Der entsprechende Antrag wurde im Rahmen der Bundesrichtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr bewilligt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH (Nationale Organisation für den Wandel in der Mobilität) koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.
Die offizielle Übergabe des Förderbescheids erfolgte am 24. Februar 2026 im Rahmen der Fachkonferenz „Klimafreundliche Busse“ in Berlin. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder überreichte die Förderurkunde an den Vorstand der HST, Markus Monßen-Wackerbeck.
28 neue Elektrobusse für Hagen
Mit den Bundesmitteln beschafft die HST insgesamt 28 batterieelektrische Busse – darunter 24 Gelenk- und vier Solobusse in Niederflurausführung. Die Investitionssumme beträgt rund 19,8 Millionen Euro. Die neuen Fahrzeuge sollen in den Jahren 2027 und 2028 in Betrieb gehen.
„Mit dieser Förderung setzen wir unseren Weg hin zu einer emissionsärmeren Busflotte konsequent fort“, erklärt HST-Vorstand Markus Monßen-Wackerbeck. „Wir investieren nicht nur in neue Fahrzeuge, sondern in die Zukunft der Mobilität in Hagen. Die Kombination aus moderner Ladeinfrastruktur und einer wachsenden E-Busflotte ist ein zentraler Baustein unserer strategischen Ausrichtung hin zu mehr Klimaschutz, höherer Energieeffizienz und nachhaltiger Daseinsvorsorge.“
Ausbau der Infrastruktur
Bereits 2023 wurde der Betriebshof der HST in weiten Teilen für den Betrieb von E-Bussen umgerüstet. Der Umstieg auf Busse mit elektrischem Antrieb umfasst dabei weit mehr als die reine Fahrzeugbeschaffung: Er erfordert den Um- und Neubau von Betriebshöfen, den Aufbau leistungsfähiger Ladeinfrastruktur, die Anpassung von Werkstätten sowie die entsprechende Verstärkung der Netzanschlüsse.
„Die Elektrifizierung unserer Flotte ist ein ganzheitliches Infrastrukturprojekt. Ohne leistungsfähige Stromversorgung, moderne Ladepunkte und entsprechend ausgestattete Werkstätten können E-Busse nicht zuverlässig betrieben werden. Deshalb investieren wir konsequent in alle notwendigen Systeme aus einer Hand“, erklärt HST-Betriebsleiter Fabian Radtke.
Die nun bewilligte Bundesförderung in Höhe von rund 7 Millionen Euro baut auf diesen Investitionen auf und ermöglicht die nächste Ausbaustufe der Elektrifizierung.
Die E-Busflotte wächst
Die HST beschäftigt sich seit 2018 mit Elektromobilität. Seit März 2023 sind die ersten E-Busse regulär auf Hagener Linien unterwegs. Aktuell umfasst die Flotte 13 Solobusse und einen Gelenkbus des Modells eCitaro von EvoBus (Daimler Truck AG). Damit ist rund ein Zehntel der gesamten Busflotte elektrisch unterwegs.
Die Solobusse verfügen über 350 kWh Batteriekapazität, eine Reichweite von rund 270 Kilometern und verbrauchen etwa 1,3 kWh pro Kilometer.
Beitrag zur kommunalen Verkehrswende
„Die erneute Förderung ist ein starkes Signal für unseren Standort und für die kommunale Verkehrswende“, betont HST-Aufsichtsratsvorsitzender Rüdiger Ludwig. „Wir schaffen damit die Grundlage, um den Anteil emissionsfreier Busse in Hagen deutlich zu erhöhen. Das bedeutet weniger Lärm, weniger Schadstoffe und mehr Lebensqualität für die Menschen in unserer Stadt.“
Mit der Beschaffung der zusätzlichen Elektrobusse leistet die HST einen weiteren wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung der Luftqualität in Hagen. Gleichzeitig tragen die neuen Fahrzeuge durch ihren nahezu geräuschlosen Betrieb zu einer spürbaren Entlastung im Stadtgebiet bei.
Die HST übernimmt seit mehr als 140 Jahren Verantwortung für einen leistungsfähigen und modernen öffentlichen Nahverkehr in Hagen und der Region. Mit der konsequenten Umstellung auf alternative Antriebe setzt das Verkehrsunternehmen seinen Modernisierungskurs fort und unterstreicht seinen Anspruch, den öffentlichen Nahverkehr in Hagen nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten.